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Von Snooze-Button-Verlierern und ande­ren Glaubenssätzen

Mrz 19, 2015

Seit Monaten ver­su­che ich, den Stress aus unse­rer Morgen-Routine her­aus­zu­neh­men… Auf der Suche nach einer Lösung muss­te ich erst ein­mal zu mei­nen Bedürfnissen ste­hen ler­nen und Ratschläge igno­rie­ren, die mir nicht gut tun.

Jeden Morgen das glei­che Chaos-Programm. Wenn ich um 7 Uhr auf­ste­he, schaf­fen wir gera­de alles recht­zei­tig. Aber nicht ohne dass ich gefühl­te 1.000 Mal gesagt habe „Heute müs­sen wir uns aber wirk­lich beei­len“… Der Tag beginnt also mit Stress.

Das Stressigste für mich dabei ist eigent­lich mein schlech­tes Gewissen. Denn – was der Rest der Familie nicht weiß – bevor ich mich um 7 Uhr aus dem Bett quä­le, habe ich den Snooze-Button mei­nes Weckers bereits 3–4 Mal (= 30 Minuten lang) gedrückt.

Da kann der Frühling kom­men wie er will – ich ste­he mor­gens nicht ger­ne und auch nicht schnell auf. Wenn mein Wecker also um 6.30 klin­gelt, schaf­fe ich es sel­ten, vor 7 auf­zu­ste­hen.

Snooze-Button-Nutzer = Loser !?!

Das Interessante ist, dass ich auf face­book und ande­ren Kanälen immer wie­der Tipps und Listen dazu gele­sen habe. Und die EINE Nachricht, die bei mir hän­gen blieb, war: „Erfolgreiche, flei­ßi­ge Menschen ken­nen kei­nen Snooze-Button.“ Echt? Mist. Okay. Dann pro­bie­re ich das noch­mal. Kann ja nicht so schwer sein.

Und ehr­lich: ich habe es pro­biert!!! Ich habe mir bestimmt 20 Mal in den letz­ten Monaten ganz klar vor­ge­nom­men: „Morgen! Da ver­zich­te ich aber sowas von auf den Snooze-Button und sprin­ge direkt und fröh­lich aus dem Bett.“ Ganz sicher!

Am nächs­ten Morgen: 6.30 – klin­gel – SNOOZE – klin­gel – SNOOZE – klin­gel … 7 Uhr.

Vergiss es.

Kann ich mir eine erfolg­rei­che Zukunft also direkt in die Haare schmie­ren?? Natürlich nicht. (Oder wenn doch, liegt es zumin­dest nicht an mei­ner man­gel­haf­ten Morgen-Routine ;-))

Die, die mich schon län­ger ken­nen, wis­sen, was ich in sol­chen Momenten mache: Ich gehe in mich und ver­su­che, MEINE Lösung zu fin­den.

Dafür habe ich fol­gen­de Annahmen hin­ter­fragt:

1. Ist der Snooze-Button (also das lang­sa­me Aufstehen) wirk­lich so schlimm??

2. Ist es von der Natur tat­säch­lich so vor­ge­se­hen, dass ich – Anke Fehring – nicht regel­mä­ßig vor 7 auf­ste­hen kann?

Diese Annahmen habe ich in Frage gestellt und eine neue Routine aus­pro­biert:

Ich stel­le den Wecker auf 6, snoo­ze so lan­ge ich möch­te (also die hal­be Stunde, die ich immer snoo­ze) und ste­he dann auf.

Und ihr werdet’s nicht glau­ben: Es ist fan­tas­tisch.

Ob das an REM-/ Traum- oder was weiß ich für –Phasen liegt – kein Ahnung! Aber das Aufstehen fällt mir auf die­se Weise längst nicht mehr so schwer! Und mor­gens ist es plötz­lich so ent­spannt, dass ich manch­mal MINUTENLANG nicht weiß, was ich machen soll. (Und das pas­siert in mei­nem Alltag wirk­lich sehr sel­ten…)

Als Coach möch­te ich ja immer einen Erkenntnisgewinn haben. Und da stel­le ich mir in die­sem Fall die Frage: Warum habe ich in die­sen gan­zen Beiträgen, Tipps und Tricks, die ich zum Thema Morgenroutine gele­sen habe, immer nur die­se eine Message gehört: „Wer den Snooze-Button benutzt, ist ein Loser…“??

Vermutlich des­we­gen: Diese Message ging kon­form mit einer kri­ti­schen Stimme in mir, die sag­te: „Jetzt ver­suchst Du seit Wochen, mor­gens den Stress raus­zu­neh­men, und DU SCHAFFST ES NICHT! LOSER!!!“

Alles, was ich gele­sen habe, pass­te also in die­ses (Selbst-) Bild: Wenn Du nicht schaffst, was Du Dir vor­nimmst, dann bleib doch am bes­ten gleich lie­gen… (Ziemlich fies eigent­lich!!!)

Ich ver­mu­te übri­gens, es gab in der gan­zen Zeit bestimmt genau­so vie­le Beiträge, die mei­ne Snooze-Button-Leidenschaft unter­stützt hät­ten! Aber die habe ich nicht gele­sen oder gar nicht erst wahr­ge­nom­men. Stattdessen habe ich nur die wahr­ge­nom­men, die mei­nem „inne­ren Saboteur“ ent­spra­chen…

Das Gleiche gilt übri­gens auch für vie­le ande­re Themen: Fitness, Abnehmen, Projekte zuen­de brin­gen, weni­ger Stress, mehr schaf­fen in weni­ger Zeit etc.

Wir set­zen uns inner­lich bestimm­te (stren­ge) Standards und neh­men um uns her­um nur noch die Messages wahr, die die­se glei­chen Standards her­um­po­sau­nen. Und füh­len uns von Tag zu Tag schlech­ter…

Aber genau DAS kön­nen wir stop­pen!!

Wir kön­nen näm­lich UNSEREN Weg fin­den.

Indem wir…

1. .… unse­re Ziele klar for­mu­lie­ren (in mei­nem Fall: mei­ne Morgenroutine weni­ger stres­sig gestal­ten)

2. … unse­re Bedürfnisse auf die­sem Weg wahr­neh­men (das lang­sa­me Aufstehen AKA der Snooze-Button)

3. … neue Routinen/Gewohnheiten aus­pro­bie­ren, die zu UNSEREM Ziel und unse­ren Bedürfnissen pas­sen (6 Uhr auf­ste­hen, um genug Zeit zum Snoozen zu haben)

4. … auf dem Weg ver­ges­sen, was ande­re Menschen für Routinen haben und was angeb­lich „rich­tig“ und „am bes­ten“ ist.

Jetzt bist Du an der Reihe!

Welches Ziel wür­dest Du ger­ne errei­chen?

Welche Bedürfnisse hast Du dabei?

Welche neu­en Wege könn­test Du hier­für gehen?

Welche Stimmen in Dir und um Dich her­um musst Du hier­für „abschal­ten“?

Ich bin gespannt auf Deine Antworten...

Welcher Enneagramm-Typ bist Du?
Finde es hier her­aus!!

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