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Ein Blogpost zum Durchatmen

Jan 27, 2015

In mei­ner lau­ten Smartphone-Welt kann ich manch­mal gar nicht mehr gera­de­aus gucken, geschwei­ge denn den­ken. Überall Tipps, Zitate, Artikel, Anleitungen und Blogs (die­sen hier ein­ge­schlos­sen), die uns inspi­rie­ren wol­len… Hier und heu­te ein Plädoyer dafür, Vertrauen zu haben, dass der rich­ti­ge Impuls zur rich­ti­gen Zeit schon kom­men wird.

CARPE DIEM !!!   JETZT ODER NIE !!!   ENDLICH GLÜCKLICH !!!   WORAUF WARTEN WIR… ??!!!! 

Manchmal über­for­dern sie mich. Diese gut gemein­ten Ratschläge und Impulse – mit ihren expli­zi­ten und impli­zi­ten Ausrufezeichen.

Wobei mir die Ironie mei­ner eige­nen Überforderung voll­kom­men bewusst ist. Denn auch ich pro­du­zie­re mit mei­nem Blog und auf social media Kanälen Ratschläge, Anleitungen und Impulse…

Warum tue ich das eigent­lich? Was möch­te ich damit errei­chen? Neben der Werbe-Wirksamkeit und der erhoff­ten „Visibility“ im Netz, die – so auf­rich­tig muss ich sein – zwei­fels­oh­ne eine Motivation dar­stellt, erhof­fe ich mir, Menschen einen Impuls zu geben, die gera­de in die­sem Moment einen brau­chen können…

Denn dass jeder von uns Themen mit sich her­um­trägt, die wir nicht immer allei­ne lösen kön­nen und möch­ten, ist unbe­strit­ten. Wir benö­ti­gen manch­mal Hilfe. Und die­se Hilfe erreicht uns in den unter­schied­lichs­ten Formen: Ein Gespräch mit dem bes­ten Freund, eine Begegnung mit einer Fremden, ein Zitat von einem wei­sen Menschen, ein Selbsthilfe-Buch mit dem rich­ti­gen Ton oder ein Coaching zur rich­ti­gen Zeit.

Es hat etwas mit Leidensdruck zu tun.

Ich per­sön­lich habe mir schon eini­ge Male im Leben Hilfe geholt. Als ich beruf­lich nicht wei­ter wuss­te, habe ich mir zum Beispiel ein tol­les Selbsthilfe-Buch gekauft: „Der Karriere-Navigator“ (von Angelika Gulder; sehr zu emp­feh­len, wenn man sich beruf­lich neu ori­en­tie­ren möch­te!). Auch ande­re Bücher haben mich wei­ter­ge­bracht (“Wherever you go the­re you are” z.B.). Außerdem habe ich mir zu ver­schie­de­nen Zeiten Hilfe bei Coaches gesucht.

2013 – in dem Jahr, in dem mei­ne Mutter starb – ging ich zwölf Monate lang zu einem Coach. Acht Monate, bevor sie starb, und dann noch eini­ge Monate danach.

Hätte ich auch ohne Coach geschafft, mei­ne Mutter auf ihrem Weg zu beglei­ten? Ja. Hätte ich das Jahr auch ohne Coach über­lebt? Ganz bestimmt. Aber hät­te ich so viel dar­aus gelernt und mich in die­sen schlim­men Monaten dem Leben so öff­nen kön­nen? Wahrscheinlich nicht.

Ich war bereit für die gro­ßen Fragezeichen. Das gro­ße „Warum?“.

Warum sind wir auf der Welt, wenn wir sowie­so ster­ben müs­sen? Warum leben wir oft viel zu lan­ge in Strukturen, die uns nicht glück­lich machen? Warum ver­än­dern wir uns häu­fig erst, wenn wir krank sind oder das Ende naht? Warum küm­mern wir uns erst um uns, wenn es schon (fast) zu spät ist?

Um mich die­sen Fragen zu öff­nen, habe ich 2013 einen Schubs gebraucht. Ich war bereit, sie mir zu stel­len – das habe ich gespürt. Ich MUSSTE sie mir stel­len, um end­lich wei­ter­zu­kom­men. Aber ich brauch­te Hilfe dafür. Und die­se Hilfe habe ich in die­sem Fall bei einem Coach gesucht und auch gefunden.

Nichts ande­res wol­len die vie­len Impulsgeber um uns her­um auch. Ob Zeitschriften, Blogs oder Coaching-Seiten. Ob Ziele-Kompass, Buddha-Zitate oder emo­ti­on-Artikel… Sie alle ver­su­chen, uns ein wenig zu „schub­sen“ und uns auf unse­rem Weg zu unterstützen.

Sie ver­su­chen, uns einen Impuls zu geben… DEN Impuls zu geben!

Den Impuls, der die gro­ßen Fragen aus­löst, die vor­her unter Verschluss waren. Den Impuls, der uns end­lich zu dem moti­viert, was uns so gut tun wür­de. Den Impuls, der alle Konjunktive aus­räumt. Siehe Julia Engelmann

Aber braucht es dafür so vie­le Ausrufezeichen? So vie­le Aufforderungen?

Für einen Impuls-Geber braucht es immer einen Impuls-Empfänger. Und die rich­ti­ge Zeit. Nicht jeder ist bereit. In die­sem Moment. Für die­sen Schritt.

Mir selbst waren zum Beispiel all die Fragen, mit denen ich mich vor und nach dem Tod mei­ner Mutter aus­ein­an­der­setz­te, VIEL frü­her schon gestellt wor­den. Ich hat­te vor vie­len Jahren bereits Menschen getrof­fen, die mir genau die­se Impulse zu geben ver­such­ten. Aber ich war abso­lut noch nicht bereit dazu.

Alles hat sei­ne Zeit.

Das hier soll kein Plädoyer gegen Impulse sein – und schon gar nicht gegen Inspirationen. Natürlich nicht ! 😉

Aber es ist ein Plädoyer fürs Durchatmen… und fürs Vertrauen.

Wir bekom­men über social media, Blogs, Intranet und Internet täg­lich, stünd­lich, minüt­lich so unfass­bar vie­le Impulse, dass die Impulsgeber (inklu­si­ve mir selbst) ver­su­chen, durch Ausrufezeichen auf sich bzw. ihre Impulse auf­merk­sam zu machen.

Das bes­te, was wir in mei­nen Augen machen kön­nen, ist cool blei­ben. OFFEN blei­ben und dar­auf ver­trau­en, dass der rich­ti­ge Impuls uns zur rich­ti­gen Zeit erreicht.

Und wenn er uns dann erreicht hat – zur rich­ti­gen Zeit am rich­ti­gen Ort. Dann kön­nen wir auch dar­auf ver­trau­en, dass wir die nächs­ten Schritte gehen.

Vertrauen ist das Zauberwort. Mit und ohne Ausrufezeichen.

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