Alter Schwede, was da so abgeht…

Jul 7, 2014

InhaltsverzeichnisToggle Table of Content

Alter Schwede, was da so abgeht…

Jul 7, 2014

Heute morgen 6 Uhr klingelt mein Wecker. Eine halbe Stunde früher als sonst. Der Grund: ich probiere seit ein paar Tagen etwas aus, das – wenn man der Literatur Glauben schenken darf – Berge versetzen, Gene verändern und uns glücklich und gesund machen kann. Nämlich: die Meditation.

Kopfmensch, der ich bin, habe ich natürlich erst einmal viel dazu gelesen. Ein Narr wäre ich, wenn ich mir eine halbe Stunde wohlverdienten Schlaf rauben würde, wenn ich nicht FAST sicher wäre, dass es mir was Gutes bringt…

Zu empfehlen sind Bücher wie „Wherever you go, there you are“ (Jon Kabat-Zinn, Amerikaner, entsprechend kurzweilig ist auch das Buch), „Die Kunst stillzusitzen“ (Tim Parks, Brite, noch kurzweiliger, allerdings geht es am Anfang SEHR detailliert um seine Prostata – muss man mögen…) oder „Das Achtsamkeitsbuch“ (Weiss, Harrer, Dietz, Deutsche, entsprechend gründlich ist der Text, aber trotzdem gut zu lesen).

Gelesen hatte ich also erst einmal genug. Über Meditation, Achtsamkeit und – achtung! – Psychoneuroimmunologie (das dürft Ihr bitte selbst nachlesen…).

20 Minuten Stille. Hat jemand Stille gesagt?

Dann der Versuch in der Praxis. Montag morgen, 6.10 Uhr. Ohne Kurs, ohne Plan, einfach hinsetzen (einen schönen Platz vorm Fenster hatte ich am Abend vorher mit einem Kissen versehen) und: nichts machen. Der Wecker ist auf 6.30 gestellt – falls ich wieder einschafe… Aber ich schlafe nicht wieder ein! Denn von wegen Stille: still ist es sowas von überhaupt nicht. Was da ABGEHT in meinem Kopf! Unfassbar… Im normalen Chaos des Tages fällt einem das ja gar nicht so auf! Aber jetzt, wo ich versuche, mich voll und ganz auf meinen Atem zu konzentrieren, da fällt mir auf, wieviele Ebenen von Gedanken da übereinander herumschwirren. Vollkommen unkontrolliert.

„EINATMEN – wo geht die Luft eigentlich hin? Mein Po tut etwas weh. Darf ich mich bewegen? Oder ist die Wirkung sonst dahin? Oh, ich denke schon wieder. AUSATMEN – ich muss gleich gähnen. Darf ich gähnen? Neulich hat mir jemand erzählt, dass man nur mit anderen Personen mitgähnt, die man mag. Bei denen, die man nicht so mag, da gähnt man auch nicht mit. Ich habe aber schonmal gegähnt, als ein Hund gegähnt hat.. War der mir vielleicht besonders sympathisch…? Oh, schon wieder gedacht. EINATMEN – Einatmen, Einatmen, Einatmen, nur nicht an was anderes denken. Ob mein Wecker gleich schon klingelt? Nee, so lange ist es noch nicht. Hoffentlich wachen die Kinder nicht auf. Mal gucken, was wir heute zum Frühstück essen. Ich habe eigentlich keine Lust auf Müsli, aber dann will die Kleine auch kein Müsli, und dann fängt das Theater wieder an… Ups! AUSATMEN – Ausatmen, ausatmen, ausatmen – also, wenn ich das Wort so ganz oft vor mich hin sage, dann klappt es etwas besser. Ich weiß nicht so recht – lohnt es sich, dafür so früh aufzustehen? Naja, die Frau gegenüber war eben auch schon wach. Muss sie so früh zur Arbeit? Also, ich glaube ich esse gleich doch ein Müsli…….“

…und die restlichen 19,5 Minuten sahen nicht stiller aus.

This is it.

Der Trick ist ja, in diesem Moment zu bleiben. Jon Kabat-Zinn sagt dazu „This is it“. Wir sollen lernen, den Moment zu akzeptieren, wie er ist. Er ist nicht besser und nicht schlechter als er einfach ist. Das gilt natürlich nicht nur für die 20 Minuten Meditation am Tag, sondern auch für alle anderen Momente im Leben.

Ich finde dieses Konzept der Achtsamkeit einfach großartig. Ich stehe natürlich noch ganz am Anfang und weiß nicht, ob es mir in den nächsten 10 Jahren mehr als 2 Sekunden am Stück gelingen wird, nur zu SEIN, anstatt zu denken. Aber noch habe ich Hoffnung. Außerdem ist das wichtigste dabei, sich nicht unter (Leistungs-)Druck zu setzen. Und das tut doch sehr gut zur Abwechslung.

Vielleicht sollte ich es morgen mal mit dem Wort „Psychoneuroimmunologie“ als Mantra zum Meditieren versuchen – das sollte mich doch ziemlich achtsam halten für ein paar Minuten…. oder?!? I’ll keep you posted…

Schreibe mir einfach

Kontakt

Wenn Du Dich für ein Coaching mit Anke Fehring interessierst, schreibe bitte an: coaching@ankefehring.com

Für Speaking-Anfragen, Workshops oder andere Anfragen, schreibe bitte eine Email an: kontakt@ankefehring.com

Newsletter