Vertrauen oder Trägheit? Das ist hier die Frage! 28. August 2019 – Posted in: Allgemein

Gerade komme ich von einem 4–wöchigen USA–Trip mit meinen Mädels zurück. Fantastisch lange Reise mit vielen, vielen Erinnerungen…

Bei einer davon komme ich nicht ganz so gut weg. Und die teile ich hier mit Dir 🙂

Auf unserem Trip besuchten wir Freunde in New Hampshire, die direkt an einem kleinen Fluss wohnen. 10 bis 40 cm tief und perfekt zum „Floaten“. (In Gummi-Ringen faul den Fluss runtertreiben lassen? Genau mein Ding!)

Es war noch eine andere Mutter mit zwei Kindern dabei, die wie ich zum ersten Mal floatete. Sie war – im Gegensatz zu mir – extrem aufgeregt und stellte vorher 1.000 Fragen: Wie genau geht das? Wo gehen wir ins Wasser? Wo steigen wir wieder aus? Wie tief ist es? Worauf muss man achten? Ist es sicher? Brauchen wir Westen? Helme?

Ich hingegen – mega entspannt – wollte eigentlich gar nichts wissen.

„Alles wird gut. It will all work out.“

Je aufgeregter sie wurde, desto stolzer war ich insgeheim auf mein angeborenes Ur-Vertrauen. „Ts. Also ich kann mich ja glücklicherweise sowas von locker machen! Vertrauen, Baby, Vertrauen.“

Leider kommt der Hochmut bekanntlich vor dem Fall…

Zunächst war tatsächlich alles sehr entspannt! Die Strömung hatte gefühlt ein Tempo von 1 km/h, das Wetter war schön – was will man mehr.

Doch dann: ein Stein. Mitten in der Strömung. Ein großer, fetter Stein. Genau an dieser Stelle wurde die Strömung plötzlich viel schneller! Und dem Fluss war erstaunlicherweise egal, ob ich total cool und entspannt war. Der „flowte“ einfach weiter! Auch ohne mich! Verräter.

Es sah bestimmt lustig aus, wie ich dem einzigen größeren Stein auf der gesamten Strecke nicht mehr ausweichen konnte und mich einmal komplett überschlug – in 20 cm hohem Wasser… Blaue Flecken überall, erschreckte Kinder und eine verlorene Sonnenbrille später schaute ich jedenfalls nicht mehr ganz so entspannt drein.

Hätte ich diesen kleinen Unfall vermeiden können, wenn ich vorher mehr Fragen gestellt oder mehr Angst gehabt hätte? Vielleicht, vielleicht auch nicht.

Aber ich weiß, dass es sehr typisch für mich ist, einer Sache „blind“ zu vertrauen.

Und manchmal ist das toll, weil ich mich wirklich mehr entspannen kann als andere Enneagramm-Typen… Manchmal aber ist es eben nicht angebracht. Manchmal müsste ich dringend mehr Fragen stellen und mich besser vorbereiten, denn in diesen Fällen sind mein Vertrauen und meine Entspannung eigentlich nur eine Art Trägheit. Eine Unlust, mich mit den Dingen im Detail auseinanderzusetzen.

„Alles wird gut“ kann dann schnell zur Ausrede werden.

Und genauso war es hier. Ich habe mich blind darauf verlassen, dass beim „Floaten“ nichts passieren kann, weil ich keine Lust hatte, mich detaillierter damit auseinanderzusetzen.

In diesem Fall bin ich mit ein paar blauen Flecken davongekommen, die ich mit einer etwas „achtsameren“ Haltung vielleicht hätte vermeiden können. Aber diese Trägheit hat mir durchaus schon Unangenehmeres beschert!

Viele meiner Klienten (zuhause in anderen Enneagramm-Typen) bräuchten mehr von meinem Urvertrauen.

Aber es gibt eben immer zwei Seiten der Medaille. Und ich persönlich muss lernen, besser hinzuschauen, in welchen Momenten mein entspannter „Flow“ angebracht ist – und in welchen Momenten ich einfach nur keine Lust habe, über große Steine auf meinem Weg nachzudenken 😉

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