An welchen Standards misst Du Dich? 25. September 2015 – Posted in: Achtsamkeit, Blog, Coaching, Inspiration, Persönlichkeitsentwicklung, Thoughts

„Bei facebook sind die anderen viel fleißiger als ich, schöner als ich, machen mehr Sport, verdienen mehr Geld, und sie sind ALLE offensichtlich GLÜCKLICH! Andauernd!!     Was mache ich nur falsch???“

Kennst Du das? Dieses ständige Vergleichen und Messen?

Wenn ja, hättest Du vielleicht gerne ein Werkzeug an der Hand, mit dem Du diese Stimmen in Dir einfach abstellen kannst.

Die schlechte Nachricht zuerst: Das gibt es leider nicht.

Die gute Nachricht: Das brauchst Du auch nicht!

Denn wir bewerten uns selbst und andere nicht (nur) aus Spaß und Sado-Mado-Gelüsten, sondern weil Bewertungen uns in dieser komplexen, lauten Welt eine Richtung vorgeben.

Bewertungen gleichen einer Kompassnadel im Informations-Dschungel.

Wir brauchen eine Richtung, eine Orientierung, ohne dass wir jedes Mal von neu überlegen müssen, was gut ist und was nicht, was richtig ist und was falsch, was erstrebenswert ist und was nicht.

UND wir brauchen etwas, an dem WIR UNS messen können. Standards, an denen wir wachsen können. Ziele, nach denen wir streben und an denen wir uns hoch ziehen können.

All das sind Vorteile von Bewertungen und Vergleichen.

ALLERDINGS geht das böse nach hinten los, wenn wir uns ausschließlich an den Standards anderer messen, anstatt an unseren eigenen.

Wenn ich auf facebook sehe, dass eine Frau in meinem Alter andauernd in fremde Länder reist und ihre Unabhängigkeit auslebt, nützt es mir nichts, mich an ihrem Reisepensum zu messen. Ich habe schulpflichtige Kinder und kann bzw. will nicht das ganze Jahr herumreisen. Mich also an ihrem Standard zu messen, würde mich unglücklich machen.

Gegen die Person, die jeden Morgen 2 Stunden im Fitness Studio verbringt, sieht mein Sport-Programm extrem mickrig aus. Jetzt kann ich mich mit dieser Person vergleichen, mich an ihren Fitness-Standards messen und mich miserabel fühlen – ODER ich kann meine eigenen Standards festlegen und diesen gerecht werden.

Die Frage, die Du Dir stellen musst, lautet also:

An welchen Standards möchtest Du Dich selbst messen? Was sind DEINE Prioritäten auf der Messlatte?

Um diesen Gedanken und damit DEINEN Standards Raum zu geben, gebe ich Dir hier ein Achtsamkeits-Werkzeug an die Hand.

Wenn Du in den nächsten Tagen durch facebook browst, Dich im Büro / in der Stadt umsiehst oder allein bist mit Dir:

Achte auf Deine Innere Stimme und hinterfrage jedes Mal, wenn Du Dich selbst bewertest, ob das wirklich DEINE Standards sind, an denen Du Dich misst. Sind es Deine Werte, die Du als Messlatte setzt? Findest Du das wirklich erstrebenswert?

Ich bleibe bei meinem Beispiel mit der Sportskanone: Wenn ich mein Sportpensum mit dem der Sportskanone vergleiche, fühlt es sich so an, als ob ich „objektiv“ schlechter bin als sie. Aber das ist natürlich Quatsch! „Objektiv“ ist überhaupt niemand schlechter als der andere! Es ist alles eine Frage der Mess-Standards. Wenn ich also genau hingucke: Meine Prioritäten sind anders gelagert. Ich habe morgens gerne Zeit, mit meinen Kindern „in Ruhe“ zu frühstücken und sie in die Schule oder in den Kindergarten zu bringen. Diese Morgen-Routine so zu ändern, dass ich jeden Tag noch vor der Arbeit eine Stunde ins Fitness-Studio gehe, könnte ich vielleicht irgendwie schaffen, aber es ist eben nicht das, was ich unter heute erstrebenswert finde. Punkt.

Also kann ich, wenn meine innere Stimme bewertet: „Die macht aber viel mehr Sport als ich und ist viel fitter!“ genau hinhören und mir selbst antworten: „Ich habe meine Prioritäten aber bewusst anders gesetzt und messe mich an meinen eigenen Standards.“

Es ist immer einfach, sich selbst abzuwerten. Und die meisten von uns machen das leider den ganzen Tag …

Weil wir so an sie gewöhnt sind und sie uns Orientierung gibt, ist diese kritische Stimme in uns auch sehr schwer zu bändigen!

Deswegen müssen wir immer wieder aufs Neue hinterfragen:

An welchen Standards messe und bewerte ich mich?

Und wenn Du dies immer wieder tust, lautet die Antwort irgendwann:

„An meinen.“ Und das fühlt sich fantastisch an.